Was mich bewegt

Liebe Leserin, lieber Leser

 

hier findest du Texte von Dichter*innen und Autor*innen, die mich bewegen, die ich stärkend, wahr und wegweisend empfinde.

 

Beginnen möchte ich mit Rainer Maria Rilke, der wohl einer meiner liebsten Dichter ist.

 

Gerade sein Gedicht "Was mich bewegt"  gibt immer wieder sehr viel  Bestätigung und Vertrauen.

 

Ich danke Ilse Orth, meiner Lehrerin, die mich auf Rilkes Spuren führte.  (https://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Orth)

 

 

 

Was mich bewegt
Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann
gebären ...
 
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht ,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
 
Aber er kommt nur zu den Geduldigen
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...
 
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
 
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.
(Rainer Maria Rilke)

 

 

 

 

 

Dieser folgende Text von José Micard Teixeira spricht mich auch total an- weil er die Energien anderer, die nicht gut tun treffend zum Ausdruck bringt und diese dadurch eigene Energien und Lebensfreuden bremsen. Der eignet sich fürs Ausdrucken- so wie ich das gemacht habe- aufhängen- immer und immer wieder lesen und umsetzen. Das Umsetzen ist dann der eigentliche Weg- der, der die innere Freiheit erhöht- und das gelingt- versprochen!

 

 

 Ich habe keine Geduld mehr

 

“Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will.

 

Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art.

 

Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen.

 

Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren.

 

Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche.

 

Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten.

 

In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können.

 

Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“                                         (José Micard Teixeira)

 

 

 

 „Da ich es noch nie gemacht habe, gehe ich davon aus, dass es mir gelingt.“ (Pippi Langstrumpf)

 

 

 

„Wir kommen mit einem unglaublichen Potential auf die Welt und dann folgt die Erziehung.“ (Vera F. Birkenbihl )

 

 

Thomas Bernhard ist so genial gewesen, das zeigt sich auch in diesem kurzen und eher sehr unbekannten Text von ihm.

 

Moospruggers Irrtum

 

Der Professor Moosprugger sagte, er habe einen Kollegen vom Westbahnhof abgeholt, welcher ihm nur vom korrespondieren her und nicht persönlich bekannt gewesen sei. Er habe tatsächlich einen anderen erwartet, als den, welcher tatsächlich auf dem Westbahnhof angekommen sei. Als ich Moosprugger darauf aufmerksam gemacht hatte, daß immer ein Anderer ankommt, als der, den wir erwartet haben, stand er auf und ging allein zu dem Zwecke weg, alle Kontakte, die er in seinem Leben geknüpft hatte, abzubrechen und aufzugeben.“ (Thomas Bernhard, Der Stimmenimitator, S. 56, Frankfurt 1978)

 

 

 

 

 

 

Lebensstufen

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
(Hermann Hesse)

 

 

 

 "Gar nichts erlebt. Auch schön.“                                                                                                                                                      (Wolfgang Amadeus Mozart  19. Juli 1770 (oft liest man auch: am 13. Juli 1770) in sein Tagebuch eingetragen)

 

 

'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

 

(Alice im Wunderland)

 

 

 

Erst wenn wir unvernünftige Dinge tun,tanzen,trinken oder uns verlieben, haben wir das Gefühl, dass es sich zu leben lohnt.  (Robert Pfaller)