Was mich bewegt

Liebe LeserIn,

 

hier findest du Texte von DichterInnen und AutorInnen, die mich bewegen, die ich stärkend und wegweisend empfinde.

Beginnen möchte ich mit Rainer Maria Rilke, der wohl einer meiner liebsten Dichter ist.

Gerade sein Gedicht "Was mich bewegt"  gibt immer wieder sehr viel  Bestätigung und Vertrauen.

 

Manchmal gebe ich es auch meinen KundInnen und KlientInnen mit nachhause, für die Momente, wo etwas Wahres, Wärmendes und Stärkendes gut tut.

 

Ich danke Ilse Orth, meiner Lehrerin, die mich auf Rilkes Spuren führte.

 

Was mich bewegt
 
Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann
gebären ...
 
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht ,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
 
Aber er kommt nur zu den Geduldigen
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...
 
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
 
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.
 
Rainer Maria Rilke

 

 

Dieser folgende Text von José Micard Teixeira spricht mich auch total an- weil er die Energien anderer, die nicht gut tun treffend zum Ausdruck bringt und diese dadurch eigene Energien und Lebensfreuden bremsen. Der eignet sich fürs Ausdrucken- so wie ich das gemacht habe- aufhängen- immer und immer wieder lesen und umsetzen. Das Umsetzen ist dann der eigentliche Weg- der, der die innere Freiheit erhöht- und das gelingt- versprochen!

 

Ich habe keine Geduld mehr

 

“Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will.

Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art.

Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen.

Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren.

Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche.

Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten.

In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können.

Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“

José Micard Teixeira

 

 

Pippi Langstrumpf:

 „Da ich es noch nie gemacht habe, gehe ich davon aus, dass es mir gelingt.“

 

 

Vera F. Birkenbihl :

„Wir kommen mit einem unglaublichen Potential auf die Welt und dann folgt die Erziehung.“

 

 

Thomas Bernhard:

Moospruggers Irrtum

Der Professor Moosprugger sagte, er habe einen Kollegen vom Westbahnhof abgeholt, welcher ihm nur vom korrespondieren her und nicht persönlich bekannt gewesen sei. Er habe tatsächlich einen anderen erwartet, als den, welcher tatsächlich auf dem Westbahnhof angekommen sei. Als ich Moosprugger darauf aufmerksam gemacht hatte, daß immer ein Anderer ankommt, als der, den wir erwartet haben, stand er auf und ging allein zu dem Zwecke weg, alle Kontakte, die er in seinem Leben geknüpft hatte, abzubrechen und aufzugeben.“ (Th. Bernhard, Der Stimmenimitator, S. 56, Frankfurt 1978)